
Die Abstände wurden so gewählt, daß der zentrale Fleck des Interferenzmusters die Sensorfläche überdeckte. Um den Aufbau möglichst kompakt zu halten, wurde der Fototransistor zusammen mit einem einfachen Verstärker auf einem kleinen Pertinaxplättchen (5cm x 6cm) aufgebaut. Diese Schaltung benötigt lediglich 3V Batteriespannung, und kann direkt an einen kleinen Lautsprecher angeschlossen werden. Sie hat sich bei vielen Versuchen (wie bei der Musikübertragung mittels Laserdioden) bewährt. Leute, die von Elektronik genausowenig Ahnung haben wie ich, können sich den Schaltplan herbeiklicken. Aber man kommt auch ohne diese Schaltung aus, wenn man eine Fotodiode als Fotozelle betreibt und direkt an einen NF-Verstärker anschließt.

Das Foto des Versuchsaufbaus zeigt im Vordergrund die Rückseiten der beiden Spiegel des Interferometers und den Strahlteilerwürfel. Am rechten Bildrand ist der Lichtempfänger (das Pertinaxplättchen) zu sehen. Links oben befinden sich ein kleiner Diodenlaser, eine Aufweiterlinse und rechts davon das Netzgerät für den Lichtempfänger.
Spricht oder singt man gegen die Rückseite dieses Spiegels, so wird er im Takt der ankommenden Schallwellen zu Schwingungen angeregt, die eine Änderung des Interferenzmusters bewirken. Allerdings ist dieser Vorgang in hohem Maße nichtlinear. Nur für kleine Amplituden kann man erwarten, daß die Helligkeitsänderung im Zentrum des Interferenzmusters in etwa proportional zur Schwingungamplitude des Spiegels ist. In diesem Fall gibt das Ausgangssignal des Sensors den empfangenen Klang (so einigermaßen) wieder. Größere Amplituden ändern jedoch die Interferenzordnung: Es quellen neue Ringe aus dem Zentrum oder es verschwinden Ringe im Zentrum. Dadurch ergeben sich zusätzliche Schwingungen mit maximaler Amplitude im Sensorsignal und dieses hat nicht mehr die geringste Ähnlichkeit mit dem aufzunehmenden Tonsignal. Das bedeutet, daß es eine von der Lautstärke abhängige optimale Entfernung zuwischen Mikrofonspiegel und Schallquelle gibt: Die Amplitude des Spiegels sollte eine viertel Wellenlänge nicht überschreiten.
Bei unseren Versuchen haben sich Abstände im Bereich zwischen 20 cm und 1,5 m (bei einer "Choraufnahme" ) als günstig erwiesen. Aber das hängt vom Aufbau, der Spiegelgröße und der Lautstärke ab und muß jeweils ausprobiert werden. Als Kostprobe stellen wir hier die Aufnahme des Anfangs eines bekannten Weihnachtslieds (gepackte WAV-Datei, ca. 90 KByte) vor, das vom Physik-LK unserer Schule gesungen wird. Die Aufnahme war nicht ganz einfach, da wegen der Empfindlichkeit des Interferometers alle Bewegungen vermieden werden mußten. An einigen Stellen der Aufnahme sind die Folgen von unabsichtlichen Bewegungen deutlich zu hören. Als die Kursmitglieder über die Erstmaligkeit der angewandten Aufnahmetechnik diskutierten, äußerte einer von ihnen (Originalzitat): "So blöd ist doch niemand, Musik auf diese Weise aufzunehmen". Die einzige Ergänzung, die einem dazu einfällt, lautet: "außer vielleicht Physiker".