Der Bau eines einfachen N2-Lasers


Warnung: Dieser Bericht ist keine Bastelanleitung für Jedermann. Personen, die keine ausreichende Erfahrung mit Hochspannung und Laserstrahlung haben, sollten nicht versuchen, dieses Experiment nachzumachen. 


Berichte über selbstgebaute N2-Laser sind im Internet so häufig, dass es eigentlich nicht sinnvoll scheint, noch einen neuen hinzuzufügen. Die Besonderheiten des hier beschriebenen Lasers rechtfertigen vielleicht aber doch einen neuen Bericht. Es wird vorausgesetzt, dass die Funktionsweise eines N2-Lasers bekannt ist. Sie wird an vielen Stellen im Internet beschrieben. So kann man z.B. bei Wikipedia, oder Sam's Laser FAQ nachschauen. Der hier beschriebene Laser gehört (schon auf Grund der geringen verwendeten Spannung) zu den leistungsschwachen N2-Lasern. Er ist für Demonstrationszwecke geeignet, aber man kann mit ihm keine Farbstofflaser pumpen. 

So sieht der fertige Laser aus:

Die Besonderheiten des Lasers:

1. Der Laser funktioniert mit einer vergleichsweise geringen Spannung von 3 kV (und weniger).  Hier dient als "Hochspannungsgerät" ein ausgedienter Monochrom-Monitor, dessen Bildröhrenbeschleunigungsspannung ca. 3,5 kV beträgt. Die Zuleitung zur Bildröhre ist über einen Widerstand von 4 MW mit der Buchse verbunden, über die die Hochspannung nach außen geführt wird. Die Bildröhre ist hier ausgebaut. Das wäre nicht notwendig gewesen, macht das Netzgerät aber leichter. Vorsicht: Ich verwende in gleicher Weise auch Farbmonitore und kleine SW-Fernsehgeräte als Hochspannungsquellen. Diese liefern aber über 20 kV b.z.w. ca. 10 kV.  Das ist nicht nur gefährlicher, sondern bereitet auch viel größere Probleme bei der Isolation. 

2. Die Einzelteile des Lasers lassen sich für wenige Euro in Haushaltwarengeschäften und im Baumarkt besorgen. Das sind:

3. Als Werkzeuge benötigt man beim Aufbau des Lasers eine Schere, eine kleine Metallsäge und Schmirgelpapier. Mit der Schere (oder einem Cuttermesser) schneidet man die Folien zurecht. Beim Aufeinanderlegen der Folien muss man unbedingt darauf achten, dass diese möglichst eng und ohne Falten aufeinander liegen. Die Metallsäge benötigt man, um die Entladungsschneiden des Lasers auf die gewünschte Länge (hier 21 cm) zurecht zu schneiden. Das vordere und das hintere Ende der Schneiden sollte man mit dem Schmirgelpapier etwas abrunden, da die Entladung sonst hauptsächlich an diesen Stellen erfolgt.

Entladungsschneiden

Bei den bisher von mir gebauten N2 Lasern bestand das Hauptproblem darin, die Entladungsschneiden aus einer Aluminiumschiene anfertigen zu lassen. Im Wesentlichen muss eine Seite der Schiene in eine präzise Schneide umgearbeitet und diese an den Enden abgerundet werden. Vor kurzem entdeckte ich in einem Baumarkt Aluminiumleisten, die vermutlich zur Abdeckung des Übergangs zwischen Teppichböden und Türschwellen vorgesehen waren und als Meterware verkauft werden.

 

Im linken Bild ist das Profil der Leiste zu sehen. Wenn man vom Steg in der Mitte absieht, ist es ein flaches Trapez. (2,96/2,76 cm breit, 1,7 mm dick). Legt man die von der Leiste abgesägten Schneiden nebeneinander, so sieht der Laser (von vorne) so aus, wie im rechten Bild gezeigt.

Bei der Entladung zwischen den Schneiden fließt der Strom um einen Bereich, der hier als kritische Fläche bezeichnet wird und der eine Induktivität im Stromkreis der bildet. Je größer dieser Bereich ist, desto größer ist die Induktivität und desto langsamer läuft die Entladung ab. Wird die Besetzungsinversion zu langsam aufgebaut, so entsteht kein Laserimpuls. Die kritische Fläche darf also nicht zu groß sein. Bei den verwendeten Schneiden ist dieser Bereich sehr klein. Vermutlich ist das der Grund, warum der Laser selbst bei Spannungen von weniger als 3 kV zuverlässig arbeitet.

Der Laser in Betrieb: Man sieht deutlich den Fleck, an dem der Laserimpuls ein weißes Blatt Papier zum Fluoreszieren anregt. Das blaue Kästchen auf der rechten Seite deckt die Funkenstrecke ab, um das grelle Licht und den Lärm des Funkenüberschlags etwas zu dämpfen.

 

Kleine Abstände

Beim Betrieb des Lasers müssen die Abstände der Hutmuttern, die die Funkenstrecke bilden, und der Schneiden der relativ geringen Betriebsspannung angepasst sein.

Im linken Bild ist die Funkenstrecke zu sehen. Der Abstand der Hutmuttern sollte weniger als 1 mm betragen. Rechts sieht man die Schneiden. Der Spalt zwischen ihnen sollte sich von 0,9 mm (an der Austrittsstelle des Strahls) bis auf ca. 0,7 mm verringern. Am einfachsten lassen sich die optimalen Bedingungen einstellen, wenn man diese Abstände bei eingeschaltetem Netzteil mit einem isolierten Schraubenzieher einstellt und dabei die Auswirkungen auf das Verhalten des Lasers beobachtet.

Verwendung kleinerer Spannungen

Bei der Verwendung eines Netzteils mit einstellbarer Hochspannung stellte es sich wie zu erwarten heraus, dass der Betrieb des Lasers mit sinkender Spannung immer schwieriger wird. Bei 3 kV arbeitet der Laser zuverlässig, was in dem beigefügten Videoclip zu sehen ist.  (Falls der Media-Player sich weigert, den Clip abzuspielen, klicken Sie den Link mit der rechten Maustaste an und wählen die Option "Ziel speichern unter". Wenn sich die avi-Datei auf ihrem Computer befindet, sollte der Media-Player in der Lage sein, sie abzuspielen. Alternativ können Sie den Clip auch als MOV-Datei laden, wenn Ihr Browser ein entsprechendes Plug-in besitzt.) Um die Laseraktivität besser beobachten zu können, trifft der Strahl hier auf ein orange fluoreszierendes Papierstückchen auf.

Auch bei 2,5 kV ist die Laseraktion noch zuverlässig, wenn auch deutlich weniger intensiv als bei 3 kV. Bei 2 kV müssen die Schneiden sehr sorgfältig justiert werden, um einen schwachen Laserimpuls beobachten zu können, der aber häufig aussetzt. Unterhalb von 2 kV konnte keine Laseraktivität beobachtet werden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Abstand der Hutmuttern so gering gewählt werden muss, so dass statt eines einzelnen Funkenüberschlags ein kleiner Lichtbogen entsteht und damit die Voraussetzung der Erzeugung einzelner Laserimpulse nicht mehr gegeben ist.

Modifizierungen des Aufbaus

Ich habe den anfangs beschriebenen Aufbau abzuändern versucht, wobei das Netzgerät (d.h. der alte Monitor) und die Schneiden beibehalten wurden.

Ein Bild des Lasers mit der Vinylfolie. Der Laserimpuls trifft hier auf ein gelb fluoreszierendes Preisschild und erscheint daher besonders hell.

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